Lissabon – ein ewiges Auf und Ab

Vorab eine kleine Entschuldigung, dass dieser Beitrag so lange auf sich warten ließ. Wir haben tatsächlich mal ein paar Tage „nichts“ gemacht, Golf gespielt, uns einfach erholt oder mit unseren Klapprädchen die Gegend erkundet. Aber nun endlich ist es soweit und ich lasse den Tag in Lissabon Revue passieren..

4. Januar 2019: Die gestrige kleine Golfpause hat sooo gut getan! Und wir haben gelernt, dass Milchkaffee in Portugal „Meia de leite“ genannt wird. Hier in der Gegend klingt es wie „Maja de Laite“. Später.. im Süden des Landes sagt man dann eher „Mäja d’Läit“. Und das natürlich mit nettem Akzent 😉 Aber der Reihe nach..

Die Anreise (am 3.1.) nach Lissabon war unspektakulär. Wir sind Autobahn gefahren, damit wir vielleicht doch noch im Hellen ankommen. Hat aber auch dieses Mal leider nicht geklappt. Der Campingplatz in (Ja, IN!) Lissabon – okay, ein wenig am Rande der Stadt – ähnelte eher einem Park als einem Campingplatz. Echt schön und sehr großzügig. Haufenweise große alte Bäume, einzelne Standflächen mit Numerierung, eigenem Abfalleimer und Wasseranschluss. Nicht schlecht, Herr Specht. Dass es hier im Sommer voll ist, ist absolut vorstellbar. Aber jetzt war es total leer. Nichts desto trotz wurde uns von dem flotten, freundlichen und sprachlich international bewanderten Empfangspersonal (an einer Rezeption wie im Hotel) ein Standplatz zugewiesen. E20 sollte es werden. Schließlich wurde es E16, weil E20 als einer von gefühlt 1200 vorhandenen Standplätzen schon belegt war.

Wie bereits mehrfach zuvor, waren wir mit Stadtplan und ein paar Erklärungen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln ausgestattet worden. Also ging’s am Morgen gleich nach dem Frühstück los zum Bus. Linie 714 Richtung la Figuera oder so ähnlich. Etwas verwirrend war denn doch, dass dieser Bus an der gleichen Haltestelle hielt wie der mit der gleichen Nummer 714, aber in die entgegengesetzte Richtung. Einer hielt direkt vor dem Haltestellenhäuschen, der andere ein paar Meter weiter vorne. Wie auch immer, wir haben es hinbekommen.

Wenn man Lissabon auf der Karte mal kurz als Uhren-Ziffernblatt betrachtet, starteten wir auf ca. 9.30 Uhr und fuhren mit dem Bus die „Zeit“ sozusagen rückwärts ab. Nach ungefähr 45 Minuten waren wir auf 3.30 Uhr und mitten in der City. Auf einem riesigen Platz, an dem wohl viele Touristen ankommen. Es wimmelte von Ape-Fahrern, die einem – wie überall in der Welt – eine Tuktuk-Citytour anboten. Danke, aber wir wollten dann doch lieber zu Fuß weiter. Sind wir dann auch. Stundenlang. Auf und ab. Und wieder auf und wieder ab. Lissabon ist ja bekanntlich die Stadt der 7 Hügel. Nicht bewusst, nicht einmal sicher, dass es so war.. aber gefühlt sind wir alle 7 Hügel rauf und runter, von allen Seiten.

Wir hatten Dr. Google befragt nach den Must Do’s oder Must See’s, damit wir nicht alles verpassen, was es hier so zu sehen und zu tun gibt. Entschieden haben wir uns für „Die 10 schönsten Sehenswürdigkeiten in Lissabon“, von Konstantin Mansfeld erst im August 2018 schön beschrieben. Auf geht’s.. Mal sehen, wie viele wir schaffen würden.

Als erstes, nur damit es nicht vergessen geht, haben wir einen tollen Laden für die berühmten Pastéis de Nata angesteuert. Zwar nicht das als Nr. 8 empfohlenen älteste Café de Brasileira, aber dafür die vielleicht kleinste Bäckerei der Stadt. Schon durchs Fenster hatten uns Hunderte dieser für die Gegend so typischen Puddingtörtchen angelacht. Und sie sind wirklich köstlich. Blätterteigtörtchen mit Puddingfüllung. Super! Besonders, da wir ja beide seit 4 Monaten eigentlich Diät halten und solche Leckereien so gar nicht auf dem Speisplan stehen. Jetzt aber schon! Immerhin sind ja Ferien 😉

Abermals gestärkt ging’s zunächst zur Straßenbahnlinie Nr. 28. Die war als „Eléctrico 28“ an Nr. 1 in der Liste genannt. Alle Bahnen der Stadt sind wohl reichlich historisch. Aber diese Linie soll die am meisten genutzte sein. Und man sieht sie auch auf T-Shirts, Magneten, Schlüsselanhängern und vielen weiteren Andenken. Berühmt ist diese Linie wohl auch wegen der unglaublichen Steigungen, die sie meistern muss (angeblich bis zu 13,5%), und weil sie durch engste Gassen zischt, in denen dann außer den Bürgersteigen und der Bahn eben nichts mehr Platz hat.

Mit der Linie 28 ging es einen der Hügel ganz nach oben. Es rüttelte und klapperte, qietschte und wackelte. Und schnell war sie, die kleine Bahn, bestehend aus einem Wagon. An der Endstation oben auf einem der Hügel wurden wir rausgeworfen. Also den Weg zu Fuß wieder runter.. u. a., um von den schönen Dingen während der ruckeligen Fahrt jetzt in Ruhe ein paar Bilder zu machen:

Die Kleinmarkthalle..

..die sich im Innern als sehr schick entpuppte..

Ein Gotteshaus, das Eintritt kosten sollte..

..und noch eines.. (immer wieder schön)..

Ganz häufig viele Türchen mit eigener „Haus“nummer..

Das Regierungsgebäude..

Blick auf die Bahnstrecke, wo es mal enger wurde..

Es gibt so vieles hier, was man zeigen könnte, aber der Tag ging ja auch noch weiter 😎

Die als Nr. 2 genannte „Ponte 25 de Abril“ hatten wir schon auf der Busfahrt stadteinwärts gesehen. Allerdings leider nie wirklich fotogen oder eben zu großen Teilen versteckt hinter Häusern, Bäumen, Hallen oder ähnlichem. Aber die rote Farbe und die stolze Länge von über 3 Kilometern und damit die Größe an sich machen schon Eindruck. Angeblich sollen hierüber täglich 400.000 Menschen per Auto, Laster, Bus oder sogar Zug nach Lissabon und wieder rausfahren. Leider sind auch die Nachtaufnahmen nicht sonderlich geworden, was besonders schade ist, weil die Jesusfigur (Nr. 3: „Cristo Rei Statue) am anderen Ende (der in Rio de Janeiro nachempfunden) nachts natürlich besonders toll aussah. Trotzdem ein kleiner Eindruck:

Bei der Weiterreise am nächsten Tag habe ich Jesus (durch die Frontscheibe) nochmal besser erwischt..

Das „Castelo de São Jorge“ (Nr. 4 der Liste), erbaut schon vor dem 11. Jahrhundert, haben wir nur aus der Ferne bewundert. Alte Mauern, Wachtürme und Ausgrabungen aus der römischen Zeit.. naja, wir haben ja daheim selbst sowas in der Nähe 😉 Aber ein Bild hab ich natürlich gemacht. Schon schön, wie es über der Stadt liegt.

..gesehen und fotografiert von diesem hübsch gelegenen Bahnhofs-Außenbereich oben rechts..

Und hier noch der Bahnhof selbst..

Schon auf den ersten Metern zu Fuß (noch vor der Bahnfahrt) war uns ein sehr ungewöhnlicher Bau mitten in der Stadt aufgefallen: Der „Elevador de Santa Justa“ (Nr. 5 der Liste), ein öffentlicher Aufzug, der bereits seit 1901 den Stadtteil Baixa mit dem Viertel Chiado in der Oberstadt verbindet.

Wir haben auch tatsächlich eine knappe Dreiviertelstunde in der Warteschlange verbracht, um damit mal nach oben zu fahren und wahrscheinlich eine tolle Aussicht zu haben. Aber ein Blick um die nächste Ecke der Warteschlange verriet: Es hätte mindestens noch eine weitere halbe Stunde gedauert, bis wir dran gewesen wären, was wohl daran lag, dass von den beiden Fahrkästen nur einer in Betrieb war. So viel Zeit wollten wir dann doch nicht aufwenden.

Die Nr. 6, der „Torre de Belém“, ebenfalls ein Wahrzeichen der Stadt, liegt auf unserer Route vom WoMo-Standplatz zur City und zurück. Auf dem Heimweg ist mir ein ganz nettes Foto gelungen..

Der ehemalige Leuchtturm – heutzutage UNESCO Weltkulturerbe – wurde von den Herrschern der ehemaligen Seemacht Portugal errichtet, um ankommende Schiffe zu begrüßen.

Aber erstmal wieder zurück in die schöne Stadt Lissabon. Ehrlich gesagt war uns hier bissl zu viel Rummel. Wirklich sehr viele Menschen überall. Auch wenn es uns manchmal in den Sinn kommen wollte, die Portugiesen mögen es wohl überhaupt nicht, wenn man sich vordrängelt. Und man konnte ja nicht immer auf den ersten Blick erkennen, welcher Nationalität die anderen um uns herum waren. Außerdem sind wir eh keine Drängler. Also haben wir brav und urlaubig Ruhe bewahrt und ich hab viele Fotos gemacht. Motive gab es zu Hauf und eine Auswahl zu treffen ist nicht so einfach.

Man musste schon auch mal kurz nach rechts oder links schauen, um z.B. diesen kurzen Blick auf Wasser nicht zu verpassen..

..oder diese wohl steilste Stelle, an der eine kleine Bahnstrecke entlangführt. Diese ca. 500 Meter kosten (derzeit) 3,80 Euro. Einfach.

Hier die Bahn dazu, die sogar stufig gebaut ist:

Oder mal wieder eine kleine Gasse.. an den Stufen im Bürgersteig kann man die Steigung nur ahnen..

Diese kleine Kirche hat ihre besten Jahre wohl schon hinter sich, hat aber meiner Meinung nach immer noch Charme..

Und jetzt kommt Effektivität pur: In diesem kleinen Kurven-/Eck-Kneipchen/Café haben wir zu Mittag gegessen. Kaum zu glauben, aber die haben je 16 Sitzplätze innen und außen untergebracht..

Mal wieder eine hübsche Gasse..

Und hier nochmal das Auf und Ab.. oder vielmehr das Ab und Auf in Form von Treppen..

Je später der Abend, desto mehr schöne Lichter..

Und immer noch voll, voll, voll..

Nochmal schön bunt..

..so wie dieser witzig dekorierte Blumenladen..

Und an diesem coolen Barbershop..

..konnten wir nicht ohne Wolfgangs Rasur einfach vorbeilaufen..

Auf dem Heimweg dann noch ein Blick auf das Elektrizitätsmuseum..

Ein paar Sehenswürdigkeiten haben wir uns dann doch aufgehoben für den nächsten Besuch dieser unglaublich belebten und schönen Stadt. Wolfgang zum Beispiel würde gerne das Nachtleben mal live erleben und ich will mal den Stadtaufzug fahren und Lissabon von Jesus aus betrachten 😍

Nun geht es aber weiter an die Algarve, wo wir das „Ende der Welt“ sehen und dann endlich ausruhen und noch bissl golfen möchten.

To be continued..

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