Unsere Suche nach der Jakobsmuschel

Nach einem sehr gemütlichen Tagesanfang – Ferien halt – ging es also mittags wieder auf die Piste – nach Santiago de Compostela. Nicht, dass wir pilgern wollen.. aber mal ein paar Meter auf DEM Jakobsweg der Jakobswege von Muschel zu Muschel laufen.. das wollten wir dann schon. Und das vermeintliche Hauptziel – die Grabstätte des heiligen Jakob in der Kathedrale – (eigentlich geht’s dann nochmal ca. 90 KM weiter Richtung Küste) .. also das Grab jedenfalls wollten wir auch mal sehen. Soweit das überhaupt möglich ist.

Da ich während der Fahrt den Großteil unseres letzten Beitrags geschrieben habe, konnte ich kaum Bilder machen. Aber ein, zwei sind es dann doch geworden. Bemerkenswert, wie viele Viadukte es auf der Strecke gibt. Wolfgang meinte, wir hätten ungefähr 125 überfahren. Also die Galizier haben sich die Autobahngebühr echt verdient..

In SdC angekommen sind wir erst im Dunkeln. Google Maps führte uns durch immer kleiner werdende Straßen immer höher hinaus zu dem einen Campingplatz im Ort: Camping as Cancelas.. mit Kathedrale im Logo. Cool. Und Englisch sprach man hier auch. Sehr praktisch! Mit handlichem Stadtplan und wieder freundlicher Bus-Nummern-Erläuterung ausgestattet suchten wir uns erstmal ein lauschiges Plätzchen für unser Monsterchen. Toll, dass wir dauernd die Wahl haben! Schätze, im Sommer ist es überall so voll, dass man froh ist, überhaupt einen Platz in diesen Einrichtungen zu finden.

Monsterchen aufgebockt (damit’s nicht so wackelt) und die Fernseh-Antenne schon mal ausgefahren.. so konnte der gemütliche Abend beginnen. Erstmal lecker kochen.. schließlich brauchten wir Kraft und Energie für den morgigen Stadtrundlauf.

Nach einem deftigen Frühstück (Spiegeleier auf Putenbrustscheiben mit Rohkost) starteten wir. Keine Frage, in welche Richtung..

Allerdings entschieden wir uns gegen den Bus. Ein bisschen Leidensweg durfte ruhig sein 😏. Also erstmal den Berg wieder runter, vorbei am riesigen Einkaufszentrum und immer Richtung Stadtmitte. Irgendwann würden die ersten beeindruckenden alten Gemäuer und Kirchen und dann die Altstadt schon kommen.. und auch die Kneipchen, Geschäfte und schließlich auch die Kathedrale. So kam es auch..

Und dann war es soweit.. noch immer keine Muschel in Sicht, und doch haben wir den Weg gefunden und uns sozusagen von hinten an die Kathedrale herangepirscht:

Vis à vis auch recht imposant..

Also nix wie rein in das Ziel sooo vieler Pilgerer. Zur Grabstätte des heiligen Jakob.

Trotz der Schilder mit dem Hinweis, dass wir vor dem (Touristen-)Ausgang standen, haben wir das Gebäude hier betreten. Sehr imposant, muss ich schon zugeben. Eine Art Messe wurde auch gerade für ein paar Gläubige abgehalten, die aber die Bewegung im Randbereich dieser gottesfürchtigen Stätte wohl gewohnt waren.

Hinter dem Hauptaltar, von dem aus ein Priester sprach uns sang, gab es einen Prunkbereich, der wahrscheinlich seinesgleichen sucht. Also, Geld hierfür hatten die Kirchen offenbar schon immer!

Wir entschieden uns gegen den Prunk und fanden schließlich den Eingang, den wir angepeilt hatten..

Und da war sie dann. Die Grabstätte des Jakob. Der Ort, zu dem Millionen und Abermillionen Menschen hinpilgern. Auf der Suche nach sich selbst, der Erleuchtung oder auch einfach Trost oder sonstiger Erkenntnis. Ein paar zusammengefaltete Zettel lagen auch am Boden. Fürbitten wahrscheinlich..

Auch auffällig in diesem Gebäude des Glaubens: Vor jeder Kammer, jedem Erker, jedem Bereich mit Figuren, Altaren, Kreuzen oder auch nur Bildern.. eine Spendenbox, manch eine sogar mit Kerzen. Immerhin.

Leicht genervt vom Geschubse der anderen Touries sind wir dann wieder raus. Immerhin war draußen tollstes Wetter und wir steuerten nach erfolgreicher Mission einen Kaffee in der Sonne an. Und da war sie plötzlich. Ich hatte sie schon fast vergessen: die erste Jakobsmuschel zu unseren Füßen 😍

Also war der Touri-Ausgang in Wahrheit der Pilger-Eingang. Wie cool. Nix wie los.. wo war die nächste Muschel? Oh, schon ein paar Meter weiter. 10 vielleicht. Und da, die nächste.. das war ja witzig, wir pilgerten sozusagen in die falsche Richtung. Immerhin führte uns das noch zur Vorderseite der Kathedrale, die ich euch natürlich nicht vorenthalten kann.

Jetzt war es aber doch der Kaffedurst, der die hübschen Muscheln wieder hintenanstehen ließ. Der wurde gestillt.. und so manches Souvenier haben wir auch noch gefunden 😊

Auf dem Rückweg zu unserem Stellplatz ging dann sogar noch mein persönlicher Wunsch in Erfüllung: wenigstens einen Kilometer auf dem Jakobsweg gelaufen zu sein. Wolfgang war es, der die Muscheln entdeckt hat, denen wir folgen konnten. Man musste dafür allerdings auch wirklich die richtige Straßenseite entlanglaufen. Sonst hätten wir sie nicht gesehen. Wie auch immer.. Wunsch erfüllt 😍

(Mal in die eine, mal in die andere Richtung fotografiert. Das erste Bild zeigt unsere, das zweite Bild zeigt die Pilger-Richtung an.)

Zu guter Letzt haben wir noch Großeinkauf im Carrefour gemacht.. für die kommenden Mahlzeiten und weiteren gemütlichen Abende.

Noch spät nachmittags ging es nun weiter nach Portugal, noch tiefer in den Süden.

Vorbei an Porto mit Ziel „große grüne Wiese“.

Morgen, immerhin ist schon der 3. Januar, ist endlich Golf angesagt!!! Wie telefonisch dort angekündigt, steuerten wir abends den Golfplatzparkplatz zur Übernachtung an. Schade, alles schon dunkel und geschlossen hier. Gut, wenn der eigene „Keller“ auch Schätze birgt 😉 Zu essen gab’s dann so ganz typisch Paella mit Rosado. Und am nächsten Tag eine tolle Runde auf dem angeblich ältesten Golfplatz Portugals.. Oporto Golf Club

..so schön nah am Meer, dass man es fast fühlen konnte.

Nach der netten Runde mit einer freundlichen, Englisch sprechenden Portugieserin packten wir wieder alles zusammen, um uns auf den Weg nach Lissabon zu machen. Hierüber mehr im nächsten Beitrag.

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7 Kommentare

  1. Juhuu, habs gefunden.
    Habt Ihr ein Glück, Süddeutschland versinkt im Schnee, hier gabs noch nicht eine
    schneeflocke. Deine Biler sind sehr schön und lassen mich euch folgen.
    Weiterhin schönen Urlaub, bis bald. Mama

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    1. Dankeschön.. ich freu mich über dein Feedback. Wir werden gerne weiter berichten.. und wollen jetzt schon gar nicht mehr wirklich zurückkommen 😉 Ist echt schön so unterwegs!! 😎

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  2. Einfach schön ! Der Himmel so blau , bei uns ist alles grau !!!! Lissabon ist eine wunderschöne Stadt , denkt an mich , wenn Ihr dort einen Esspresso und ein kleines Törtchen esst !🍮☕️🍀👍

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      1. Sehr schön ! Lissabon wird Euch gefallen ! Weiterhin eine gute Reise und ich freue mich ☕️🥂🍾schon jetzt auf tolle Fotos !

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  3. Vielen Dank für den tollen Bild/Wortbericht über SdC.
    Es fühlt sich fast so an, wie wenn ich selbst dort gewesen wäre.
    Weiterhin gute Fahrt für euch beide und ganz schöne Tage ( ?? ) in Lissabon.
    Lasst es euch gut und genießt diese wunderschönen Tage.
    Ich bin schon sehr gespannt wie es euch dort und weiter im Süden gefällt.
    Liebe Grüße aus dem nasskalten ( Warnung vor überfrierender Nässe im Radio ! ) Frankfurt,
    Christine ( fahre jetzt gleich ins Büro ! )

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